Statement

Der städtebauliche Wettbewerb „Dialogwerkstatt Friedensallee“ zur Entwicklung des ehemaligen Kolbenschmidt-Areals ist beendet. Der Entwurf des Hamburger Architektenbüros coido architects wurde von der Fachjury zum Gewinner gekürt.

Der Entwurf sieht vor, auf dem zurzeit ausschließlich gewerblich genutzten Areal in Zukunft auch 400 Wohnungen zu integrieren.

Einige der bestehenden Gebäude werden erhalten, um der Historie des Geländes, den aktuellen Mietern und dem allgemein hohen Bedarf an bezahlbaren Flächen für Kleingewerbebetriebe in innerstädtischen Gebieten Rechnung zu tragen. Mit einer Vielzahl von neuen und architektonisch abwechslungsreichen Gebäuden wird das Areal verdichtet und in ein Quartier verwandelt, das den Ottensener Mix neu interpretiert: Eine bunte Mischung von Kleingewerbe, Kunst, Kultur und Wohnen.

Der Kolbenhof e.V. begrüßt eine nachhaltige Entwicklung des Geländes, bei der die Interessen des Eigentümers, die Bedürfnisse der Mieter, die Wünsche und Bedürfnisse der Hamburgerinnen und Hamburger sowie der sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung in gleichem Maße Rechnung getragen wird.

Ziel ist, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig Raum für Gewerbe zu erhalten: Zusammenrücken und zusammenwachsen statt zu verdrängen und auszutauschen!

Der Bezirk Altona, die Stadt Hamburg, die Handwerkskammer Hamburg, eine Vielzahl politischer Parteien, Verbände und nicht zuletzt die ein großer Teil der Anwohner unterstützen diesen Weg.

Der Bezirk Altona hat ein Gewerbeflächenkonzept entwickelt, bei dem durch Bebauungspläne und Veränderungssperren Nischen für Kleinbetriebe erhalten bleiben. Die Wirtschaftsbehörde der Stadt Hamburg spricht sich klar gegen eine Umwidmung von Gewerbegrundstücken aus.

Die Vertreter von Politik und Behörden haben im Vorfeld des städtebaulichen Wettbewerbs die Rahmenbedingungen für eine Entwicklung des Geländes gesetzt. Eine Aufteilung des Gelände zu je 50 Prozent in Gewerbe und Wohnen, eine Berücksichtigung der ansässigen Betriebe in der Neuentwicklung sowie die Verlängerung der Zwischennutzung bis zum Baubeginn können als klare Anzeichen gewertet werden, dass dieses Konzept nicht nur theoretisch existiert sondern auch praktisch umgesetzt wird.

Durch eine nur teilweise Änderung des Bebauungsplans und dem Erhalt von reinen Gewerbeflächen auf dem Grundstück soll sichergestellt werden, dass produzierendes und insbesondere emittierendes Gewerbe dauerhaft erhalten bleibt. Des Weiteren wird eine zeitliche Flexibilität erreicht, da der Umbau der zukünftigen Gewerbeflächen nicht an die Änderung des Bebauungsplans gebunden ist. Hinzu kommt, dass eine solche Maßnahme einen Schutz von Bestandsgebäuden darstellt, ohne die eine wirtschaftliche Kostenbasis für Kleingewerbebetriebe nicht umsetzbar wäre. Damit würde auch einem der meist genannten Wünsche der Teilnehmer des Beteiligungsverfahrens Rechnung getragen.

Nun gilt es, den Entwurf weiter zu entwickeln und den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen!

Der Kolbenhof e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht sich für die Transparenz des Prozesses einzusetzen, die Interessen der Hamburgerinnen und Hamburger zu vertreten sowie eine aktive Beteiligung am Stadtentwicklungsprozess zu fördern.

Der Kolbenhof e.V. gratuliert coido architects zum Gewinn des Wettbewerbs und bedankt sich bei allen Beteiligten für ihre Unterstützung und ihre Teilnahme. Besonderer Dank gilt den vielen Anwohnern, Unterstützern und Fans des Kolbenhofs.

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